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Armut im Alter


aktuell im kda

Altersarmut ist mehr als Einkommensarmut. Arm zu sein schränkt die grundrechtlich verbürgte Chance auf gesellschaftliche Teilhabe ein. Seniorengenossenschaften – wie auch andere Formen der gemeinschaftlichen Alltagsgestaltung – können dazu beitragen, zumindest das soziale Ausgegrenzt-Sein zu mindern.

Artikel im kda-Heft

Zeitschrift: pro alter 3/2016



3sat: Schuften bis zum Schluss

Arme Rentner im reichen Deutschland

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland immer mehr auseinander. Das trifft auch die Rentner. Seit 2006 hat sich die Zahl der in Armut lebenden Rentner vervierfacht.


3sat mediathek, 12. jan 2016



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"Die Altersarmut wird weiter steigen!" So viele deutsche Rentner wie noch nie sind auf Sozialhilfe angewiesen. Nach Ansicht des Armutsexperten Heinz-Herbert Noll, im Spiegel beschrieben, ist das Teil eines längerfristigen Trends - und könnte zu einem Comeback der gesetzlichen Rentenversicherung führen.

Wer ist möglicherweise betroffen?

Generell lohnt es sich nachzudenken, ob Altersarmut überhaupt ein großes Problem für die Gesellschaft insgesamt darstellt? 2015 waren etwa 3 Prozent der Senioren wegen niedriger Rente auf eine staatliche Grundsicherung angewiesen. Das heißt nicht, dass es für diese Personen nicht wichtig ist, aber sie sind bei weitem nicht die Hälfte oder alle SeniorInnen. Dabei sind bei diesen 3 Prozent viele frühere Selbständige, die gar nicht in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Wird das gesetziche Rentenniveau höhere, nützt das somit den Betroffenen gar nicht oder nur zum kleineren Teil.

Einem Regierungsbericht lässt sich entnehmen, dass etwa 8 Prozent der Rentenbezieher eine gesetzliche Rente von unter 500 Euro haben. Aber das ist nicht deren einzige Einnahmequelle! Der Bericht zeigt, dass viele dieser Haushalte andere Einkünfte haben: die Rente des Partners, Mieteinnahmen. Die gesetzliche Rente macht für diese nur vermeintlich armen Rentner im Durchschnitt weniger als ein Fünftel ihres Einkommens aus. Darunter sind auch Anwälte und Ärzte, die wenige Beitragsjahre in der GKV haben, weil sie früh im Erwerbsalter in die attraktiveren Versorgungswerke ihrer jeweiligen Berufsverbände gewechselt sind.


(Peter Weiß, Rentenfachmann der CDU, findet dennoch, dass das Thema Rentenniveau über kurz oder lang auf die Tagesordnung gehört. „Vor allem gibt es bisher keine Perspektive, wie es nach 2030 weitergeht“, sagte er. Die amtlichen Prognosen brechen bisher damit ab.)



alter text:

"Arm ist, so definiert es die EU, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient, also 781 Euro netto ", im Jahr 2007. Demnach sind immerhin 13 Prozent der Bundesbürger arm und weitere 13 Prozent werden durch staatliche Leistungen (Sozialtransfers wie Kindergeld oder Arbeitslosengeld 2) knapp vor Armut bewahrt, sind aber ständig davon bedroht. (Presseerklärung von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz, 18.5.2008)

.... arm ist der, dessen zur Verfügung stehendes Einkommen (inkl. Erspartem u.ä) weniger als 60% vom durchschnittlichen Einkommen in Deutschland beträgt. Dies ist eine neuere Definition der Armutsnähe oder des Armutsrisikos. Die ältere Armuts-Definition ging von einer 50-Prozent-Grenze aus.

Armut versucht den Mangel an lebenswichtigen Gütern, beispielsweise Essen, Wohnung, Kleidung, soziale und finanzielle Absicherung) in einem Wort zusammenzufassen. Armut in Euro und Cent zu übersetzen, das ist der Versuch, erforderliche Hilfen für die staatliche Verwaltung leichter handhabbar zu machen.

Eine andere Erklärung, auf der Grundlage sozioökonomischer Konzepte, versteht Armut als Zustand gravierender sozialer Benachteiligung. Sie hat zur Folge eine „Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen“.

Netto-Beträge

"Arm" ist nach der üblichen Definition, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Netto-Einkommens zur Verfügung hat. Das bedeutet monatlich in Euro für ein/eine/einen .....

  • Single: 764 Euro
  • Alleinerziehende:
- mit einem Kind 994 Euro
- mit 2 Kindern 1223 Euro
  • Paar ohne Kind: 1376 Euro
  • Paar mit:
- 1 Kind 1605 Euro
- 2 Kindern 1835 Euro
- 3 Kindern 2064 Euro

Zahlen von 2018

Im September 2018, das sind (im Feb. 2019) die neuesten verfügbaren Daten, bezogen 552.650 Menschen im Rentenalter eine Form der Sozialhilfe, sie heißt Grundsicherung im Alter. 414.760 von ihnen erhalten auch eine Altersrente, für die sie einige Beitragsjahre angesammelt haben. - sie liegt aber deutlich unter dem Betrag der Grundsicherung. Aber den Unterschied bekommen sie nur bei einem genaueren Blick auf den Kontoauszug mit. Denn jeder Cent aus der Rentenversicherung wird voll mit der Grundsicherung verrechnet.

Jedes Mal wenn sich ihre sehr niedrige Rente etwas erhöht wird, verringert sich die Überweisung vom Sozialamt der Grundsicherung um exakt den gleichen Betrag. Unter dem Strich ändert sich für sie nichts.

Heils Grundrente würde diese Ungerechtigkeit immerhin für eine Minderheit beenden. Rund die 130.000 Altersrentner in der Grundsicherung würden von ihr profitieren - denn nur diejenigen sollen die dann neue Grundrente erhalten, die mindestens 35 Beitragsjahre angesammelt haben. Der Betrag der Grundrente liegt deutlich über dem Betrag der Grundsicherung.


Und was ist mit den anderen rund 285.000 RentnerInnen? Für sie bliebe alles so trostlos, wie es ist. Denn die Grundsicherung liegt unter den Beträgen der Sozialhilfe, bei der entsprechend der Familienverhältnisse und der Wohnungsausgaben differenziert wird.

Die Prüfung der Bedürftigkeit unterbleibt bei der bisherigen Grundsicherung.


Altersarmut

Eine besondere Form der Armut ist die Altersarmut, weil sie möglicherweise dazu führt,

  • dass Hilfen nicht in Anspruch genommen werden, die die Gemeinschaft, insbesondere die staatliche Sozialhilfe, bieten.

Die Folgen sind u. a.:

  • an Lebensmitteln wird gespart,
  • Nicht-Lebensnotwendiges wird nicht gekauft (u. a. Kleidung, Tageszeitung),
  • Besuche werden nicht eingeladen,
  • Mängel in der Ausstattung der Wohnung (keine Zentralheizung und/oder Bad).

Statistisch gesehen gibt es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen sinkenden Einkommen und einer größeren Wahrscheinlichkeit zu erkranken.

Siehe auch


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